Die Eingewöhnung . . .
Die Eingewöhnung soll behutsam und ohne Stress vor sich gehen. Nur so
können die Kinder und Eltern das Haus, die ErzieherInnen, die anderen
Kinder kennenlernen und Vertrauen gewinnen. Der Verlauf einer
Eingewöhnung ist sehr situations- und personenabhängig. Viele Faktoren
spielen dabei eine Rolle. Ist das Kind ein Einzelkind, war es schon
vorher in einer Kindergruppe oder die familiäre Situation wie die
Geburt eines Geschwisterkindes. Das Verhalten der Eltern spielt eine
ebenso große Rolle wie die Atmosphäre des ersten Tages. Am ersten Tag
bleiben die Kinder mit den Eltern für einige Zeit im KINDERSCHLUPF.
Die Stammerzieherin des Kindes zeigt der Familie das Haus,
stellt sich und den Ablauf des Kindergartentages vor. Je nach Absprache
mit dem Kind und der Erzieherin verbleiben die Familien noch einige
Zeit im KINDERSCHLUPF bevor sie nach Hause gehen.
An den nächsten Tagen gehen die Eltern für kurze Zeit.
Von Tag zu Tag steigern wir nun diese Zeiten bis das Kind die volle
Zeit bei uns alleine verbringen kann. Die Stammgruppenerzieherin gibt
dem Kind während der Eingewöhnungsphase Halt und Orientierung. Aufgrund
der offenen Arbeit lernt das Kind schnell viele Kinder kennen. In der
Stammgruppe wird es vorgestellt und die Erzieherinnen machen über
Spiele erste Kontakte möglich. Die Eingewöhnungsphase ist
abgeschlossen, wenn das Kind gelernt hat, sich selbstständig auf seine
Umgebung einzulassen.
Für die Krippenkinder haben wir ein kleines Extra-Konzept.
Die Voraussetzungen der Arbeit
und unsere pädagogischen Ziele . . .
Wie sehen wir Kindheit heute:
Kinder haben in unserer Gesellschaft zunehmend weniger Platz. Ihre
Lebens- und Spielräume sind in der Großstadt durch Straßen, Verkehr und
bebaute Flächen sehr eingeschränkt. Die Umwelt von Kindern ist
gefahrvoller geworden. Ohne Hilfe von Erwachsenen ist sie von Kindern
schwer zu bewältigen. Zu Selbstständigkeit bei freier Entfaltung zu
gelangen, ist im Kleinkindalter nicht möglich. Das kindgemäße Bedürfnis
nach Bewegung kann in diesen eingeengten Lebensräumen nur teilweise
befriedigt werden.
Die Folge ist paradox: Eltern versuchen ihren Kindern mit festen
Angeboten und Programmen wie z.B. Spielgruppen, Sportvereinen oder
Musikunterricht freie Entfaltung und Förderung ihrer Persönlichkeit zu
ermöglichen. Kinder haben von frühester Kindheit an eine geplante
Freizeit. Spontanität ist behindert und Freiräume schwer zu finden.
Auch Sozialisationsbedingungen von Kindern haben sich
verändert:
- Berufstätigkeit der
beiden Eltern
- Die Zahl der Trennungen und
Neugründungen von Familien steigen
- Ein-Eltern
bzw. Patchwork-Familien sind keine Seltenheit mehr
- Die
neuen Medien haben großen Einfluß auf das selbsttätige Leben von Kindern
- Eine hohe Anzahl von Kindern stammen aus Migrantenfamilien
- Viele Kinder leiden unter Bewegungsmangel
- Hohe Anforderungen und Erwartungen in den Schulen
Aufgrund dieser veränderten Lage ist die
Bedeutung der Kindertageseinrichtung als Lebensraum für Kinder
gestiegen. Geborgenheit und Wohlbefinden sind dabei für uns genau so wichtig wie die Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit des Kindes und die Stärkung des Ichs. Förderung der Motorik und das Erlernen sozialer Kompetenzen sowie das erlernen der deutschen Sprache stellen wir ins Zentrum unserer Arbeit. Dabei orientieren wir uns an den Hamburger Bildungsempfehlungen. Das bedeutet, daß die sieben Bildungsbereiche
- Körper, Bewegung, Gesundheit
- Soziale und kulturelle Umwelt
- Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien
- Bildnerisches Gestalten
- Musik
- Mathematische Grunderfahrungen
- Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen
verbindlich im Kindergartenalltag umgesetzt werden.
Bildungsarbeit
. . .
Ausgehend von unserem Grundsatz die Selbstständigkeit und
Selbsttätigkeit der Kinder zu fördern, verstehen wir unsere gesamte
Arbeit als Anregung und Förderung von Bildungsprozessen.
Die Lern- und Gestaltungsmöglichkeiten im KINDERSCHLUPF
erhöhen sich für Kinder, weil sie sich gezielt ihrem Bedürfnis
entsprechend verhalten können. In jedem Raum finden die Kinder
unterschiedliche Materialien und Medien vor. Sie sind so beschaffen,
daß die Kinder zu altersgerechtem kreativen Spiel und forschendem
Lernen herausgefordert werden. Ein sehr wichtiger Aspekt unseres
Konzeptes ist, daß die Kinder sich ihre Umwelt aktiv aneignen können.
Für die Ausstattung bedeutet dies z.B. daß die Kinder sich
selbstständig Spiele oder Bastelmaterial nehmen können.
Die ErzieherInnen machen gezielte Angebote in den Räumen. Es gibt einen Wochenplan der die Angebote der sieben Bildungsbereiche aus den Hamburger Bildungsempfehlungen abdeckt. Jeden Monat findet eine Projektwoche zu einem bestimmten Thema statt. Auch hier decken wir in jedem Projekt alle Bildungsbereiche ab. Auf diese Weise vervielfachen sich für Kinder das gezielte pädagogische Angebot.
Vorschularbeit . . .
Hier geht es um Lerninhalte, die das praktische Leben betreffen wie
z.B. der Besuch einer Bücherei, ein Museumsbesuch, ein besonderes
Gartenprojekt usw. Aber auch theoretische Themen,
Anschauungsmaterialien und feinmotorische Übungen bereiten die Kinder
in einer spielerischen aber durchaus disziplinierten Unterrichtsform
auf die "richtige" Schule vor. Jeder Monat steht unter einem bestimmten
Thema - zweimal wöchentlich findet dazu gesondert Vorschulunterricht
statt. Alle Materialien werden in einer Mappe gesammelt, die die Kinder
mit nach Hause nehmen und zu jeder Stunde mitbringen müssen. Unsere
Erfahrung zeigt, daß die Kinder sehr stolz auf ihre "Ergebnisse" sind.
Sie sprechen mit ihren Eltern, den Erziehern aber auch untereinander
darüber, sodass so ein natürlicher Wiederholungs- und Festigungseffekt
eintritt. Sie haben viel Spaß an ihren "Hausaufgaben", was zu einer
positiven Leistungsmotivation führt. Zunehmend vergessen immer weniger
Kinder ihre Mappen mitzubringen - eine gute Übung für die notwendige
Ordnung in der Schule.
Vorschularbeit im KINDERSCHLUPF heißt neben dem
Spaß am Lernen und dem Erkennen der eigenen Leistungsfähigkeit auch die
konsequente Schulung von Konzentration und Durchhaltevermögen. Die
VorschulerzieherInnen sind stets mit den Eltern im Gespräch, um
aktuelle Entwicklungsstände zu besprechen.
Wir informieren die Schulen, welche Kinder aus unserem Hort zu ihnen
kommen, damit diese in einer Klasse zusammengefaßt werden können.
Zurück zum Inhalt